Krone einer Fichte mit Zapfen vor blauem Himmel, Nadelbäume fällen in München

Nadelbäume fällen in München: Tanne, Fichte und Kiefer im Vergleich

Wer Nadelbäume in München fällen lassen will, braucht für jede Tanne, Fichte oder Kiefer ab 60 cm Stammumfang in 100 cm Höhe eine Genehmigung der Baumschutzbehörde. Eine Ausnahme für Nadelbäume gibt es in der Münchner Baumschutzverordnung nicht. Die reine Fällung eines frei stehenden, etwa 10 m hohen Nadelbaums liegt bei uns bei ca. 280 bis 380 Euro, mit Stockfräsung und Entsorgung bei ca. 460 bis 600 Euro. Für eine 20 m hohe Fichte mit Hubarbeitsbühne rechnen wir ca. 900 bis 1.400 Euro reine Fällung (Richtwerte Baumpflege König, Stand: September 2026). Dieser Beitrag zeigt, warum Nadelbäume anders kalkuliert werden als Laubbäume, welche Rolle der Buchdrucker bei Fichten spielt, und was bei der Wurzel zu beachten ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Münchner Baumschutzverordnung in der Fassung vom 8. Dezember 2025, in Kraft seit 31. Dezember 2025, schützt alle Gehölze ab 60 cm Stammumfang in 100 cm Höhe. Tanne, Fichte und Kiefer sind nicht ausgenommen.
  • Nadelbäume tragen ihre Äste oft bis weit nach unten. Das erzeugt mehr Schnittgut als bei vielen Laubbäumen gleicher Höhe und treibt Arbeitszeit und Entsorgung.
  • Richtwerte Baumpflege König: 10 m Nadelbaum frei stehend ca. 280 bis 380 Euro, 15 m Fichte mit Hubarbeitsbühne ca. 550 bis 800 Euro, 20 m Fichte ca. 900 bis 1.400 Euro reine Fällung (Stand: September 2026).
  • Laut LWF Bayern kann eine nicht aufgearbeitete, vom Buchdrucker befallene Fichte im Umfeld bis zu 20 weitere Fichten anstecken. Befall früh zu erkennen, spart Folgekosten.
  • Fällungen planen wir für Oktober bis Februar. Der Artenschutz nach § 44 BNatSchG gilt das ganze Jahr, auch bei Notfällen.

Nadelbäume fällen in München: warum eigene Regeln gelten

Nadelbäume unterscheiden sich beim Fällen in drei Punkten von Laubbäumen: Kronenform, Wurzelwerk und Schädlingsrisiko. Die Höhe bleibt der wichtigste Preistreiber, wie in unserer Übersicht zu den Kosten einer Baumfällung in München beschrieben. Bei gleicher Höhe verschieben aber diese drei Punkte den Aufwand innerhalb der Spanne nach oben oder unten.

Tanne und Fichte wachsen meist kegelförmig mit durchgehendem Stamm bis in die Spitze. Die Astquirle sitzen dicht übereinander, und im Garten reichen die Äste oft bis fast zum Boden. Wer so einen Baum abträgt, muss zuerst sehr viele Äste abnehmen, bevor der Stamm frei liegt. Die Kiefer verliert im Alter dagegen häufig ihre unteren Äste und trägt eine lichtere, schirmartige Krone. Dafür steht sie im Münchner Garten oft schief oder mehrstämmig.

Beim Wurzelwerk gilt die Fichte als Sorgenkind. Und bei der Fichte kommt der Buchdrucker hinzu, der die Kostenfrage schnell von einer Einzelfällung zu einem Problem für den ganzen Garten machen kann. Beides behandeln wir unten ausführlich.

Tanne, Fichte und Kiefer im direkten Vergleich

Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die drei häufigsten Nadelbäume in Münchner Gärten beim Fällen unterscheidet. Rechtlich sind alle drei gleich gestellt: Ab 60 cm Stammumfang ist die Fällung genehmigungspflichtig.

Merkmal Tanne Fichte Kiefer
Kronenform im Garten Kegelförmig, dicht beastet, Äste oft bis zum Boden Kegelförmig, dicht beastet, Äste oft bis zum Boden Im Alter licht, schirmartig, untere Äste fehlen oft
Schnittgut und Entsorgung Viel Reisig, Entsorgung spürbar Viel Reisig, Entsorgung spürbar Weniger Reisig, dafür oft harzreiches Holz
Wurzeltyp laut LWF Nicht Gegenstand der LWF-Auswertung Von plattenartig bis Senkerwurzel, auf nassen Böden plattenartig Typisch Herz-Senkerwurzel, Pfahlwurzeln am ehesten bei der Kiefer
Borkenkäfer laut LWF Kupferstecher selten Buchdrucker und Kupferstecher, Hauptwirt Buchdrucker seltener, Kupferstecher möglich
Schutz nach BaumschutzVO München Ab 60 cm Stammumfang Ab 60 cm Stammumfang Ab 60 cm Stammumfang
Typischer Kostentreiber Menge an Ästen, Nähe zum Haus Käferbefall, Windwurfgefahr, Menge an Ästen Schiefstand, Mehrstämmigkeit, Fallrichtung

Quellen: Baumschutzverordnung München § 1; LWF Merkblatt 14 „Buchdrucker und Kupferstecher an Fichte“; LWF „Das Wurzelwerk der Fichte“. Kronenform und Kostentreiber: Erfahrungswerte Baumpflege König.

Was kostet es, einen Nadelbaum in München zu fällen?

Die Kosten für das Fällen eines Nadelbaums in München richten sich vor allem nach Höhe und Standort. Für einen frei stehenden Nadelbaum von 10 m nennen wir ca. 280 bis 380 Euro reine Fällung, zuzüglich ca. 80 bis 120 Euro Stockfräsung und ca. 100 Euro Entsorgung, zusammen ca. 460 bis 600 Euro. Eine 15 m hohe Fichte mit Hubarbeitsbühne bei freier Anfahrt kalkulieren wir mit ca. 550 bis 800 Euro, eine frei stehende 20 m Fichte mit ca. 900 bis 1.400 Euro reine Fällung. Alle Werte stammen aus unserer Kostenübersicht und haben den Stand September 2026.

Richtwerte für die reine Fällung von Nadelbäumen nach HöheSpannen in Euro: 10 m Nadelbaum frei stehend 280 bis 380, 15 m Fichte mit Hubarbeitsbühne 550 bis 800, 20 m Fichte frei stehend 900 bis 1.400.Reine Fällung eines Nadelbaums in München (ca., in Euro)10 m Nadelbaumfrei stehend280 bis 38015 m Fichtemit Hubarbeitsbühne550 bis 80020 m Fichtefrei stehend, Hubarbeitsbühne900 bis 1.40005001.0001.500Quelle: Baumpflege König, Stand: September 2026. Ohne Stockfräsung, Entsorgung, Gebühren.
Reine Fällpreise ohne Nebenkosten. Die verbindliche Summe entsteht erst nach Vor-Ort-Besichtigung.

Zu diesen Fällpreisen kommen je nach Auftrag weitere Posten. Die Spannen stammen ebenfalls aus unserer Kostenübersicht:

  • Stockfräsung: ca. 60 bis 150 Euro je nach Stammdurchmesser, beim 10-m-Nadelbaum meist ca. 80 bis 120 Euro. Frästiefe etwa 20 bis 30 cm.
  • Komplette Wurzelentfernung: ca. 100 bis 300 Euro, etwa bei Bauvorhaben oder Pflasterarbeiten.
  • Entsorgung von Holz und Grünschnitt: ca. 100 bis 150 Euro, beim 10-m-Nadelbaum meist um 100 Euro.
  • Verwaltungsgebühr für die Genehmigung: ca. 50 bis 200 Euro bei geschützten Bäumen.
  • Ersatzpflanzung oder Ausgleichszahlung: ca. 200 bis 800 Euro, je nach Auflage.
  • Hubarbeitsbühne: ca. 250 bis 700 Euro Tagesmiete, sofern sie nicht bereits im Festpreis für die Fällung enthalten ist.
  • Stromleitung in der Nähe: ca. 200 bis 400 Euro Zuschlag.
  • Enge Lage am Haus oder über dem Nachbargrundstück: ca. 30 bis 60 Prozent Aufschlag auf die freie Fällung.

Insgesamt bewegt sich eine 20-Meter-Fällung samt Nebenkosten nach unserer Erfahrung bei ca. 1.500 bis 3.500 Euro. Wie wir den Ablauf eines Fällauftrags vom ersten Termin bis zur Abfuhr organisieren, lesen Sie im Beitrag zu Baumfällarbeiten in München.

10 Meter Tanne fällen: womit Sie rechnen sollten

Eine 10 m hohe Tanne im Vorgarten ist der klassische Fall für eine Bodenfällung oder eine Fällung in wenigen Stücken. Steht sie frei und ist mit dem Fahrzeug erreichbar, gilt unser Richtwert für Nadelbäume dieser Höhe: ca. 280 bis 380 Euro reine Fällung, mit Stockfräsung und Entsorgung ca. 460 bis 600 Euro. Steht dieselbe Tanne direkt an Garage oder Hauswand, muss sie von oben in Abschnitten abgetragen werden. Dann greift der Aufschlag für enge Lagen.

Ob eine 10 m Tanne unter Schutz steht, hängt nicht von der Höhe ab, sondern vom Stammumfang. Messen Sie mit einem Maßband in 100 cm Höhe über dem Boden. Ab 60 cm ist die Fällung genehmigungspflichtig. Bei einer ausgewachsenen Gartentanne dieser Höhe ist das häufig der Fall.

Tanne mit 20 m fällen: was es kostet

Für eine Tanne mit 20 m orientieren sich die Kosten an unseren Werten für eine gleich hohe Fichte: ca. 900 bis 1.400 Euro reine Fällung bei freiem Stand mit Hubarbeitsbühne. Beide Arten sind ähnlich gebaut, beide tragen viel Astmasse. Ein Baum dieser Größe liegt praktisch immer über 60 cm Stammumfang und ist damit genehmigungspflichtig. Mit Verwaltungsgebühr, Ersatzpflanzung, Stockfräsung und Entsorgung landen Sie nach unserer Erfahrung bei ca. 1.500 bis 3.500 Euro. Muss ein Kran eingesetzt werden, weil die Tanne über Dach oder Wintergarten ragt, kalkulieren wir die Fällung einzeln.

Fichte fällen: Buchdrucker als Kostenfaktor

Bei der Fichte entscheidet oft nicht die Höhe über die Kosten, sondern die Frage, ob der Buchdrucker schon im Baum sitzt. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) beschreibt den Buchdrucker (Ips typographus) als 4 bis 5,5 mm großen Borkenkäfer, der bevorzugt Fichten befällt, meist ab einem Alter von 40 Jahren. Kiefern und Lärchen befällt er seltener (LWF Merkblatt 14, Buchdrucker und Kupferstecher an Fichte, Stand März 2025).

Das Merkblatt richtet sich an Waldbesitzer. Die Biologie des Käfers ist im Garten aber dieselbe, und eine einzelne Fichte im Münchner Garten steht oft nicht weit von weiteren Fichten in Nachbargärten entfernt.

Wie schnell sich der Buchdrucker ausbreitet

Laut LWF schwärmt der Buchdrucker bei Temperaturen ab 16,5 °C und trockener Witterung, sobald die Tageslänge 14 Stunden überschreitet. Das ist ab Anfang April möglich. Vom Ei bis zum Ausschwärmen der Jungkäfer vergehen je nach Temperatur 5 bis 10 Wochen, pro Jahr sind 1 bis 3 Generationen möglich. In der Regel ist die Befallsaktivität Mitte September abgeschlossen, bei hohen Temperaturen fliegen einzelne Käfer bis in den Oktober.

Die Rechnung der LWF zeigt, warum Abwarten teuer werden kann: Eine befallene Altfichte kann in einem günstigen Käferjahr 20.000 Käfer entlassen. Diese können etwa 20 weitere benachbarte Bäume erfolgreich befallen. „Ohne rechtzeitige Entnahme der Borkenkäferfichte werden im Umfeld bis zu 20 weitere Fichten befallen“, schreibt die LWF im Merkblatt 14. Für Sie als Eigentümer heißt das: Eine rechtzeitig entnommene Käferfichte kann verhindern, dass im Folgejahr weitere Fichten im Umfeld absterben und ebenfalls gefällt werden müssen.

Woran Sie einen Befall erkennen

Die LWF nennt für die Schwärmzeit vor allem braunes Bohrmehl als Frühzeichen. Es sammelt sich in Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnweben und auf der Bodenvegetation. Im Herbst und Winter erkennen Sie befallene Bäume laut Merkblatt an:

  • Einbohr- und Ausbohrlöchern, beim Buchdrucker oft unter Rindenschuppen,
  • Spechtabschlägen am Stamm,
  • Abfall grüner bis fahlgelber Nadeln,
  • einer rötlichen Verfärbung der Krone,
  • Abfall der Rinde bei noch grüner Krone.

Vermehrter Harzfluss am Kronenansatz ist laut LWF ein Warnzeichen, erlaubt aber keinen sicheren Schluss auf Käferbefall. Wir schauen uns verdächtige Fichten bei der Besichtigung genau an. Einen Pilzbefall grenzen wir dabei mit ab, wie in unserem Beitrag zur Pilzdiagnose am Baum beschrieben.

Was ein Käferbaum für die Fällung bedeutet

Eine vom Käfer befallene Fichte verändert den Auftrag in drei Punkten. Erstens verliert sie Rinde und wird mit der Zeit brüchig, was die Arbeit in der Krone erschwert. Zweitens sollte das Holz mit Rinde nicht im Garten liegen bleiben. Die LWF empfiehlt für den Wald, befallenes Holz rasch aufzuarbeiten und abzufahren, spätestens vor dem Ausschwärmen der Jungkäfer. Drittens kann der Befall ein Genehmigungsgrund sein: § 5 Abs. 1 Nr. 2 der Münchner Baumschutzverordnung nennt die „eingeschränkte Vitalität des Gehölzes“ als einen von sieben Gründen, aus denen eine Genehmigung erteilt werden kann.

Ein Käferbefall allein ist aber nicht automatisch Gefahr im Verzug. Ob Sie regulär beantragen oder ob eine akute Gefahr vorliegt, klären wir im Einzelfall. Im Zweifel stimmen wir uns vorab mit der Baumschutzbehörde ab.

Wurzelteller und Windwurf: das Risiko der Fichte

Die Fichte gilt im Volksmund als Flachwurzler. Die LWF zeichnet ein genaueres Bild. Nach den Orkanen Vivian und Wiebke im Februar 1990 hat sie über 5.000 geworfene Bäume untersucht, darunter 3.143 Fichten. Den höchsten Massenanteil am Schadholz in den bayerischen Staatswäldern hatte mit rund 85 % die Fichte. Stau- und Grundwasserböden waren weit überproportional am Schadgeschehen beteiligt (LWF, Das Wurzelwerk der Fichte).

Die Auswertung zeigt: Die Fichte bildet alle Übergänge von plattenartigen Wurzeln bis zur Senkerwurzel aus. Auf nassen, wechselfeuchten Böden bestimmen plattenartige Formen mit kurzen Senkerwurzeln das Bild. Für Kiefern sind laut LWF Herz-Senkerwurzeln typisch, und Pfahlwurzeln kommen insgesamt sehr selten vor, am häufigsten noch bei der Kiefer.

Für die Praxis im Garten ziehen wir daraus zwei Schlüsse. Eine große Fichte auf feuchtem oder verdichtetem Boden in Hausnähe verdient einen genauen Blick, bevor der nächste Herbststurm kommt. Und bei der Wurzelentfernung ist ein flacher Wurzelteller, wie ihn Fichten auf nassen Böden ausbilden, nach unserer Erfahrung meist leichter zu fassen als das tiefere Wurzelwerk einer alten Kiefer. Ob eine Fichte noch standsicher ist, beurteilen wir im Rahmen einer Baumkontrolle nach FLL-Richtlinien.

Kiefer fällen: Schiefstand und Fallrichtung

Bei der Kiefer liegt der Aufwand selten in der Menge der Äste, sondern in der Statik. Viele Gartenkiefern stehen schief, sind zwieselig gewachsen oder tragen eine einseitige Krone. Damit ist die natürliche Fallrichtung selten die, in der Platz ist. Wir tragen solche Kiefern deshalb häufig in Seilklettertechnik ab und seilen Kronenteile kontrolliert ab.

Rechtlich ist bei zwieseligen Kiefern ein Detail wichtig: Mehrstämmige Gehölze sind nach § 1 Abs. 2 der Baumschutzverordnung schon geschützt, wenn die Summe der Stammumfänge in 100 cm Höhe 60 cm erreicht und mindestens ein Stamm 40 cm oder mehr misst. Als mehrstämmig gilt auch ein Stamm, der sich unterhalb von 100 cm gabelt. Wer nur den dicksten Stamm misst, liegt schnell falsch.

Welche Genehmigung brauchen Sie für Nadelbäume in München?

Für Nadelbäume gilt in München dieselbe Regel wie für alle anderen Gehölze. Die Baumschutzverordnung der Landeshauptstadt München in der Fassung vom 8. Dezember 2025, in Kraft seit 31. Dezember 2025, stellt nach § 1 Abs. 1 „alle lebenden Bäume, Sträucher und Klettergehölze (Gehölze)“ unter Schutz, „die in 100 cm Höhe über dem Erdboden einen Stammumfang von 60 cm und mehr haben“. Die frühere Schwelle von 80 cm gilt nicht mehr, und Obstbäume sowie Klettergehölze sind seit der Neufassung einbezogen.

Keine Ausnahme für Tanne, Fichte, Kiefer oder Eibe

Im Internet liest man immer wieder, bestimmte Nadelbäume seien in München vom Schutz ausgenommen. Das stimmt nicht. Die Ausnahmen in § 4 der Verordnung knüpfen an den Ort oder die Art der Maßnahme an, nicht an die Baumart. Ausgenommen sind unter anderem Gehölze in gewerblichen Baumschulen und Gärtnereien, in Kleingärten im Sinne des Bundeskleingartengesetzes, Schnitthecken, die als lebende Einfriedung dienen, und der fachgerechte Gehölzschnitt, der den Bestand erhält. Eine Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche oder Eibe im Hausgarten ist ab 60 cm Stammumfang geschützt.

Für Nadelgehölze relevant ist die Ausnahme für Schnitthecken nach § 4 Nr. 3: Eine regelmäßig in Form geschnittene Hecke als Einfriedung fällt nicht unter die Verbote der Verordnung. Eine einzelne, frei gewachsene Fichte in der Hecke ist dagegen keine Schnitthecke. Welche Bäume Sie ohne Antrag entfernen dürfen, fasst unser Beitrag Welche Bäume darf man in München fällen zusammen.

Antrag, Ersatzpflanzung und Sicherheitsleistung

Den Antrag stellen Sie nach § 10 in Textform bei der Baumschutzbehörde. Er enthält Ihren Namen und Ihre Anschrift, das Grundstück, die Gehölze nach Art, Stammumfang und Lage, eine Begründung, Umfang und Standort der Ersatzpflanzung sowie die Eigentumsverhältnisse. Die Ersatzpflanzung richtet sich nach dem Punkteschema in Anlage B. Neu seit der Fassung 2025 ist § 8: Die Behörde kann eine Sicherheitsleistung bis zur Höhe der voraussichtlichen Kosten der Ersatzpflanzung verlangen. Den Ablauf Schritt für Schritt erklärt unser Leitfaden zur Genehmigung einer Baumfällung in München, alle Regeln im Detail die Übersicht zur Münchner Baumschutzverordnung.

Wer ohne Genehmigung fällt

Ein Verstoß gegen die Verbote der Baumschutzverordnung ist nach § 12 eine Ordnungswidrigkeit. Die Geldbuße richtet sich nach Art. 57 Abs. 1 Nr. 2 des Bayerischen Naturschutzgesetzes (Art. 57 BayNatSchG). Zusätzlich kann die Baumschutzbehörde nach § 7 Abs. 4 eine Ersatzpflanzung zum Ausgleich anordnen.

Wann dürfen Nadelbäume gefällt werden?

Wir planen Fällungen von Nadelbäumen für die Zeit von Oktober bis Ende Februar. Grund ist § 39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 BNatSchG: Er verbietet, Bäume, Hecken und andere Gehölze „in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen“. Zulässig bleiben schonende Form- und Pflegeschnitte (§ 39 BNatSchG).

Das Verbot erfasst dem Wortlaut nach Bäume, „die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen“. Für Bäume im Hausgarten wird diese Ausnahme deshalb oft herangezogen. Wie weit sie im Einzelfall reicht, ist nicht immer eindeutig, und sie ändert nichts an zwei Dingen: Die Genehmigungspflicht nach der Baumschutzverordnung bleibt bestehen. Und der Artenschutz nach § 44 BNatSchG gilt das ganze Jahr. Dichte Tannen und Fichten sind beliebte Brutplätze. Ein besetztes Nest darf nicht zerstört werden, egal in welchem Monat. Mehr zum richtigen Zeitpunkt lesen Sie in unserem Beitrag Wann Baumschnitt erlaubt ist.

Aus Waldschutzsicht passt der Herbst übrigens auch zum Käferthema. Die LWF nennt September und Oktober als besonders günstig für den Einschlag von Fichten, weil verbleibende Resthölzer bis zur nächsten Schwärmzeit abtrocknen und nicht mehr bruttauglich sind.

Notfall: Käferfichte oder Sturmschaden im Sommer

Manchmal kann eine Fällung nicht bis Oktober warten, etwa wenn eine Fichte nach einem Sturm auf das Dach zu kippen droht. § 39 Abs. 5 Satz 2 BNatSchG lässt Maßnahmen zu, die der Gewährleistung der Verkehrssicherheit dienen. Die Münchner Baumschutzverordnung regelt in § 6 den Fall einer unmittelbar drohenden Gefahr: Die Genehmigung gilt dann als erteilt, die Maßnahme ist der Baumschutzbehörde aber vorab, spätestens zwei Wochen nach Durchführung, schriftlich anzuzeigen. Dazu gehören Standort, Stammumfang, Art, eine konkrete Gefahrenbeschreibung mit Fotos und das Datum.

Bei einer vom Buchdrucker befallenen Fichte ohne akute Bruchgefahr raten wir, vor der Fällung Kontakt mit der Stadt aufzunehmen. Wir dokumentieren den Befall mit Fotos, prüfen den Baum auf Nester und bereiten die Unterlagen mit Ihnen vor. Bei echter Gefahr helfen wir über unseren Baum-Notdienst in München.

Wurzelentfernung nach der Fällung

Nach der Fällung bleibt der Stubben. Sie haben drei Möglichkeiten: stehen lassen, fräsen oder komplett ausgraben. Welche passt, hängt davon ab, was Sie mit der Fläche vorhaben.

  • Stubben stehen lassen: Keine Zusatzkosten. Bei einer Käferfichte sollte der Stubben aber möglichst bodennah abgeschnitten werden.
  • Stockfräsung: ca. 60 bis 150 Euro. Wir fräsen etwa 20 bis 30 cm tief. Die Fläche bleibt danach bepflanzbar, etwa für den Rasen oder die geforderte Ersatzpflanzung.
  • Komplette Wurzelentfernung: ca. 100 bis 300 Euro. Sinnvoll, wenn an der Stelle gepflastert, gebaut oder eine Leitung verlegt werden soll.

Bei Fichten mit flachem Wurzelteller reicht nach unserer Erfahrung oft eine Fräsung, weil sich der Hauptteil der Wurzeln im oberen Boden befindet. Bei alten Kiefern mit Herz-Senkerwurzel ist eine vollständige Entfernung aufwendiger. Details zur Technik finden Sie auf unserer Seite zur Wurzelstockfräsung in München und Umgebung.

Ein Hinweis für Bauherren: Auch der Wurzelraum geschützter Bäume ist geschützt. Nach § 3 Abs. 3 der Baumschutzverordnung fallen Abgrabungen und Bodenverdichtungen unter der Krone zuzüglich 1,50 m nach allen Seiten unter die Verbote. Wer neben einer Tanne, die stehen bleiben soll, eine Fichte samt Wurzel entfernt, muss darauf achten.

So bereiten Sie die Fällung eines Nadelbaums vor

Mit fünf Schritten vermeiden Sie die häufigsten Fehler und Kostenüberraschungen:

  1. Baumart bestimmen. Tanne, Fichte oder Kiefer bestimmt, worauf wir bei der Besichtigung achten. Weiche Nadeln einzeln am Zweig und flache Nadeln sprechen für die Tanne, spitze, rundum stehende Nadeln für die Fichte, Nadeln in Büscheln zu zweit für die Waldkiefer.
  2. Stammumfang messen. In 100 cm Höhe mit dem Maßband. Bei mehreren Stämmen alle messen und addieren. Geschützt ist das Gehölz ab 60 cm Summe, wenn mindestens ein Stamm 40 cm erreicht.
  3. Auf Käferzeichen achten. Bohrmehl am Stammfuß, fallende Rinde, rötliche Krone. Machen Sie Fotos.
  4. Zugang prüfen. Kann eine Hubarbeitsbühne bis an den Baum fahren? Liegen Stromleitungen, Wintergarten oder Nachbardach in der Nähe?
  5. Zeitpunkt festlegen. Antrag rechtzeitig vor der Fällsaison stellen, Fällung ab Oktober einplanen.

Danach besichtigen wir den Baum kostenlos und erstellen ein Festpreisangebot, in dem Fällung, Stockfräsung, Entsorgung und Gebühren getrennt ausgewiesen sind. Anfragen können Sie über unsere Seite zur Baumfällung in München stellen.

Häufige Fragen zum Fällen von Nadelbäumen in München

Sind Nadelbäume in München von der Baumschutzverordnung ausgenommen?

Nein. Die Münchner Baumschutzverordnung in der Fassung vom 8. Dezember 2025 schützt alle Gehölze ab 60 cm Stammumfang in 100 cm Höhe. Eine Ausnahme für Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche oder Eibe gibt es nicht. Ausgenommen sind nur bestimmte Orte wie Baumschulen und Kleingärten sowie bestimmte Maßnahmen wie der Schnitt von Schnitthecken.

Was kostet es, eine 10 Meter hohe Tanne zu fällen?

Bei freiem Stand nennen wir ca. 280 bis 380 Euro reine Fällung. Mit Stockfräsung und Entsorgung sind es ca. 460 bis 600 Euro (Stand: September 2026). Steht die Tanne eng am Haus, kommen ca. 30 bis 60 Prozent Aufschlag hinzu. Ist sie geschützt, fallen zusätzlich Verwaltungsgebühr und Ersatzpflanzung an.

Was kostet die Fällung einer 20 m hohen Tanne oder Fichte?

Die reine Fällung einer frei stehenden 20 m Fichte mit Hubarbeitsbühne kalkulieren wir mit ca. 900 bis 1.400 Euro, eine gleich hohe Tanne liegt in derselben Größenordnung. Mit Genehmigung, Ersatzpflanzung, Stockfräsung und Entsorgung rechnen Sie nach unserer Erfahrung mit ca. 1.500 bis 3.500 Euro.

Darf ich eine Fichte mit Borkenkäferbefall im Sommer fällen?

Das hängt vom Einzelfall ab. Ist die Fichte geschützt, brauchen Sie eine Genehmigung. Die eingeschränkte Vitalität ist nach § 5 Abs. 1 Nr. 2 der Baumschutzverordnung ein möglicher Genehmigungsgrund. Bei unmittelbar drohender Gefahr gilt die Genehmigung als erteilt, die Fällung muss aber angezeigt werden. Besetzte Nester geschützter Vogelarten dürfen nach § 44 BNatSchG ganzjährig nicht zerstört werden. Sprechen Sie im Zweifel vorher mit der Stadt.

Muss ich den Wurzelstock einer Fichte entfernen lassen?

Nein, eine Pflicht gibt es nicht. Für eine bepflanzbare Fläche reicht meist eine Stockfräsung für ca. 60 bis 150 Euro. Eine komplette Wurzelentfernung für ca. 100 bis 300 Euro lohnt sich, wenn Sie an der Stelle bauen oder pflastern wollen.

Fazit

Nadelbäume in München zu fällen, folgt denselben rechtlichen Regeln wie bei jedem anderen Baum: Ab 60 cm Stammumfang braucht es eine Genehmigung, und eine Ausnahme für Nadelbäume gibt es nicht. Beim Preis spielen Tanne, Fichte und Kiefer aber eigene Rollen. Tanne und Fichte bringen viel Astmasse und Reisig mit. Bei der Fichte kommt das Risiko durch Buchdrucker und Windwurf hinzu, bei der Kiefer die Statik. Wer die Baumart kennt, den Stammumfang misst, auf Käferzeichen achtet und die Fällung für den Herbst plant, hält die Kosten im Rahmen. Unsere Richtwerte zeigen die Spanne, das verbindliche Angebot folgt nach der Besichtigung vor Ort.


Quellen: Baumschutzverordnung der Landeshauptstadt München, Fassung vom 8. Dezember 2025, in Kraft seit 31. Dezember 2025, §§ 1, 3 bis 6, 8, 10, 12 (stadt.muenchen.de); §§ 39, 44 BNatSchG (gesetze-im-internet.de); Art. 57 BayNatSchG (gesetze-bayern.de); LWF Merkblatt 14 „Buchdrucker und Kupferstecher an Fichte“, Stand März 2025, und LWF „Das Wurzelwerk der Fichte“ (lwf.bayern.de, abgerufen September 2026); Kostenrichtwerte: Baumpflege König, Kostenübersicht Baumfällung München, Stand: September 2026. Rechtsstand September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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